Als die Regierung die Kampfhunde verbot, habe ich geschwiegen, ich hatte ja keinen Kampfhund.
Als sie die Counterstrike-Spieler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Counterstrike-Spieler.
Als sie die Paintball-Spieler einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Paintball-Spieler.
Als sie die Internetfreaks einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Internetfreak.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Wer heute ein Alter jenseits der Dreißig erreicht hat, weiß gar nicht, was für ein Glück er hatte, in seiner Jugend nicht Opfer eines Amoklaufs geworden zu sein. Ganze Horden von Mitschülern übten damals mit Plastikpfeilen und Knallplättchen-Pistolen den gezielten Mord. Beim Cowboy und Indianer spielen wurde gar der simulierte Genozid exerziert. Sogar in den Schulen wurden unverantwortliche und sittenwidrige Killerspiele wie Völkerball abgehalten, bei denen es nur darum geht, den Gegner simuliert aus dem Verkehr zu ziehen. In Schützenvereinen war in diesen düsteren Zeiten sogar 14jährigen unter Aufsicht erlaubt, mit großkalibrigen Waffen zu hantieren. Es ist eigentlich kaum zu glauben, dass man trotz dieser immensen Gefahr die Schulzeit überlebt hat und zu einem sozial integrierten Erwachsenen herangereift ist.
Der Feind spielt Paintball
Als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden soll nun im Zuge einer Verschärfung des Waffengesetzes der Mannschaftssport „Paintball“ verboten werden. Der Täter von Winnenden hat zwar nie Paintball gespielt, aber darum geht es den Gesetzgebern auch nicht. Paintball sei ein „sittenwidriges“ Spiel und „menschenverachtend“, so die Innenpolitiker der Großen Koalition. Nach dieser Definition wäre wohl auch Fechten „sittenwidrig“ und „menschenverachtend“, da auch bei dieser Sportart mit einer entschärften Waffe der Gegner getroffen werden muss, wobei eine Tötung simuliert wird. Beim Paintball treffen zwei Mannschaften aufeinander, die mit Luftpistolen bewaffnet sind, welche Farbkugeln schießen. Ziel bei Paintball ist es, Teilnehmer der gegnerischen Mannschaft aus dem Spiel zu nehmen und eine taktische Stelle auf dem Spielfeld einzunehmen – Räuber und Gendarm in moderner Fassung. Dieser Sport wird in Deutschland von rund 20.000 Menschen betrieben, es gibt Ligen und Turniere, wobei die Spitzenbegegnungen sogar im Fernsehen gezeigt werden. Manager, Ärzte, Bauarbeiter, Studenten – Männer und Frauen – spielen Paintball; negative Folgen für deren Aggressionspotential und Gewaltbereitschaft hat dies nicht, wie diverse Studien ergaben. Man muss diesen Sport nicht gut finden, aber man muss ja auch Fußball oder Synchronschwimmen nicht gut finden, verbieten darf man aber keine dieser Sportarten.
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Langsam macht mir diese himmelschreiende Inkompetenz und der Verbotswahn unserer Freunde im Bundestag Angst. Bezeichnet mich als Optimisten aber ich glaube, ich hoffe, dass hinter all dem keine Methode steckt. Wenigstens wird das Forum Pro Paintball in Kürze eine offizielle Petition veröffentlichen, wie im Gulli zu lesen ist.